Auge mit künstlichem Abfluss entlasten (NWZ vom 11.03.2014)

Operationsverfahren
Bypass oder Kunststoff-Faden kann das Problem lösen

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Oldenburg Wenn die medikamentöse Behandlung bei einer Glaukomerkrankung nicht ausreicht, kann man vielen Patienten mit einer Operation helfen, bei der eine ähnlich wie ein Bypass funktionierende Umleitung für den Abfluss des Kammerwassers geschaffen wird. Im Anschluss an diesen seit etwa 40 Jahren praktizierten Eingriff muss der Patient für etwa eine Woche im Krankenhaus bleiben und sich anschließend auf eine intensive Nachsorge einstellen.

Relativ neu sind ambulante Operationsverfahren, bei denen durch einen winzigen Katheter ein Kunststoff-Faden in den Winkelkanal eingeführt wird. Der Winkelkanal wird durch den Kunststoff-Faden so unter Spannung gehalten, dass genügend Platz für den Abfluss des Kammerwassers entsteht. „Oft gelingt es so, das Problem dauerhaft zu lösen“, betont Dr. Andreas Höhn, der das Verfahren seit etwa fünf Jahren in der Praxisklinik praktiziert.

Kurze Zeit nach der in der Regel etwa 40-minütigen Operation kann der Patient nach Hause gehen. Das operierte Auge wird dann für einen Tag durch einen Verband geschützt. Ernste Nebenwirkungen gebe es nur sehr selten, berichtet Höhn. Ob das ambulante OP-Verfahren am besten geeignet ist, müsse je nach Befund in jedem Einzelfall entschieden werden und sollte vom Augenarzt stets vorab mit dem Patienten besprochen werden.