Brillen als Urlaubssouvenir häufig gefährlich (TÜV Rheinland)

Gutes Wetter, gute Stimmung. Da steigt die Lust, sich aus den Urlaubsorten etwas Schönes mitzubringen. Neben Bekleidung und Kinderspielzeug sind dabei Sonnenbrillen ein beliebtes Produkt. Doch viele Produkte entsprechen nicht den Mindestanforderungen der Europäischen Union, so eine Pressemeldung des TÜV-Rheinland.

Der TÜV  hat zum wiederholten Male in Italien, den Niederlanden, Spanien und Deutschland typische Urlaubsmitbringsel getestet. Hierzulande nahmen die Experten Stichproben an der Nordseeküste unter anderem in den zentralen Urlaubsorten an der Nordseeküste. Die Ergebnisse der Untersuchung bezeichnete der TÜV als „alarmierend“. Insgesamt hätten 52 von 134 europaweit gekauften Artikeln nicht in der EU verkauft werden dürfen. Denn Sicherungsnormen und Kennzeichnungspflichtenseien nicht erfüllt worden. An 28 von 45 gekauften Produkten seien verschluckbare Kleinteile, Klemmstellen, Mängel an der elektronischen Sicherheit oder hohe chemische Belastungen gefunden worden.

Neben Spielwaren hat TÜV Rheinland auch 60 Sonnenbrillen gekauft und getestet, so der TÜV in seiner Pressemeldung. 16 Sonnenbrillen stammen aus Deutschland, 12 Brillen aus Italien, weitere 17 Brillen aus den Niederlanden sowie 15 aus Spanien. Auch bei den 60 Sonnenbrillen sind die Ergebnisse teilweise erschreckend. Bei fast jeder zweiten Brille fanden sich zum Teil gravierende Mängel. Überprüft wurden hierbei der UV-Schutz, die Straßenverkehrstauglichkeit der Brillen, die qualitative Verarbeitung sowie die Stoßfestigkeit der Brillengläser.

40 Prozent der getesteten Brillen haben die Prüfungen der Experten nicht bestanden. Bei sieben Brillen waren die Brillengläser so schlecht verarbeitet, dass die Brillenträger beim Tragen der Brille immer das Gefühl haben, durch verschmutzte Gläser zu sehen, da Verunreinigungen im Glas selbst enthalten waren.

Bei weiteren sechs Brillen waren die Verarbeitung oder das Design der Gläser so schlecht, dass es zu optischen Verzerrungen beim Sehen durch die Brille kommt. Der Brillenträger kann durch die Brille nicht scharf sehen und wird durch die Verarbeitung teilweise zum Schielen veranlasst. Dies kann beispielsweise zu erheblichen Beeinträchtigungen im Straßenverkehr führen oder auch zu gesundheitlichen Beschwerden wie zum Beispiel Kopfschmerzen oder Übelkeit.

Bei vier Brillen war die Straßenverkehrstauglichkeit nicht gegeben und die Brillen nicht mit dem in diesem Fall notwendigen Warnhinweis versehen. Dunkle oder farbige Gläser sind im Straßenverkehr nicht zugelassen, da sie zum Beispiel Probleme bei Tunnelfahrten oder bei der Farberkennungen an Ampeln verursachen können.

Die Gläser von sieben Brillen wurden darüber hinaus beim Kugelfalltest zerstört. Geraten die dabei entstehenden Splitter in die Augen, kann es zu irreparablen Schäden des Sehvermögens kommen. Auch boten vier der gekauften Brillen keinen 100%igen UV-Schutz.

Dr. Patrick Niklaus, Experte für Augenschutz bei TÜV Rheinland, kommt zu einem traurigen Fazit: „Viele der gekauften Brillen verschlechtern das Sehvermögen. Die meisten der Mängel könnten durch bessere Materialien und bessere Produktion vermieden werden. Hier wird am falschen Ende gespart.“

Mehr Infos zu dem Sonnenbrillentest des TÜV-Rheinland finden sich auf
http://www.tuv.com/de/deutschland/aktuelles/produktpruefung.jsp?et_cid=96&et_lid=111&et_sub=b_Produktpr%C3%BCfung

Quelle: TÜV Rheinland
Autor: Stefan Herburg